Ist Dummytraining nur etwas für Retriever?
Dummytraining hat den Ruf, nur etwas für Labrador, Golden Retriever und Co. zu sein. Die Genetik erklärt, woher das kommt: In einer großen Studie mit über 18.000 Hunden war das Apportieren das am stärksten erbliche Verhaltensmerkmal (Morrill et al. 2022). Dieselbe Studie zeigt aber auch, dass die Rasse nur etwa 9 Prozent der Verhaltensunterschiede zwischen einzelnen Hunden erklärt. In einer Umfrage unter Haltern gaben die Befragten außerdem bei knapp 78 Prozent der Hunde an, dass sie zumindest manchmal apportieren. Retriever haben also einen Vorsprung, aber dein Hund hat gute Chancen, Freude daran zu finden, egal ob Rassehund oder Mischling.
Der Reiz liegt in der Mischung: Dummytraining verbindet Warten, Nasenarbeit und Zusammenarbeit. Nasenarbeit machte Hunde in einer kleinen Studie optimistischer (Duranton & Horowitz 2019).
So findest du heraus, ob es zu deinem Hund passt:
- Interesse testen: Trägt dein Hund gern Dinge? Biete ein weiches Dummy an und belohne jede Berührung mit der Schnauze.
- Passendes Dummy wählen: Ein Futterdummy eignet sich für zurückhaltende Hunde, ein Welpendummy (100 bis 250 g) für junge Hunde, ein Standarddummy (500 g) für erwachsene.
- Stärken nutzen: Hütehunde lieben Einweisen auf Distanz, Spaniels und Terrier Suchaufgaben, Mischlinge oft beides.
- Gesundheit mitdenken: Bei Senioren, Gelenkproblemen und kurznasigen Rassen wie Mops oder Bulldogge halte die Einheiten kurz und ruhig, vermeide Hitze und lass im Zweifel die Tierärztin entscheiden.
- Klein anfangen: Fünf Minuten und zwei bis drei Würfe reichen für den Start.
- Ohne Zwang arbeiten: Zwinge deinen Hund nie, etwas ins Maul zu nehmen. Freiwilligkeit macht die Aufgabe attraktiv.
- Suchen statt Rennen: Lege das Dummy aus und lass deinen Hund mit der Nase suchen, das fordert und beruhigt.
Du brauchst keinen Retriever, sondern einen Hund, der gern mit dir arbeitet.