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Hund springt Menschen an? So bringst du ihm eine bessere Begrüßung bei

Kaum geht die Tür auf, hängt dein Hund an dir oder am Besuch. Das nervt, kann bei Kindern oder älteren Menschen sogar gefährlich werden, ist aber für deinen Hund ganz normal. Hunde suchen zur Begrüßung gern die Nähe zum Gesicht. Schon Welpen strecken sich zur Schnauze erwachsener Hunde hoch, um sie zu begrüßen. Wenn dein Hund an dir hochspringt, macht er also nichts Böses, sondern zeigt ein ganz natürliches Verhalten, nur eben im falschen Moment.

Warum er es immer wieder tut

Dazu kommt: Das Springen lohnt sich für ihn. Menschen lachen, rufen „Aus!“, schieben ihn weg oder greifen nach ihm. Für deinen Hund ist das alles Aufmerksamkeit, also eine Belohnung. Besonders hartnäckig wird das Verhalten, wenn es nur manchmal funktioniert. Wenn eine Person ihn begeistert begrüßt und die nächste ihn wegschiebt, lernt er nicht „Springen ist verboten“, sondern „Ein Versuch lohnt sich vielleicht doch“. Genau das macht es so schwer abzugewöhnen. Außerdem fehlt ihm bei großer Aufregung schlicht die Selbstkontrolle, um sich anders zu verhalten. Mit Sturheit hat das nichts zu tun.

So bringst du ihm eine Alternative bei

  1. Vier Pfoten am Boden: Streicheln, Ansprache und Zuwendung gibt es nur, solange alle vier Pfoten unten sind. Springt er hoch, wendest du dich ruhig ab, ohne Worte und ohne Blickkontakt. Sobald er wieder steht, geht es weiter. Wichtig ist, dass du ihn genau in diesem Moment belohnst, damit er die Verbindung versteht.
  2. Alternativverhalten üben: Trainiere „Sitz“ oder „Hier“ als feste Begrüßung. Belohne ihn anfangs bei jedem Mal, später nur noch gelegentlich. Üben solltest du zuerst ohne Aufregung, zum Beispiel im Wohnzimmer, und erst dann an der Tür.
  3. Leckerli streuen: Wirf beim Eintreten ein paar Leckerli auf den Boden. Sein Kopf geht nach unten, die Aufregung sinkt, und er hat etwas zu tun, statt an dir hochzugehen.
  4. Leine als Hilfe: Halte ihn an der Tür kurz an der Leine, damit er gar nicht erst zum Sprung ansetzen kann. So sammelt er keine Erfolge mit dem alten Verhalten.
  5. Besuch einweisen: Alle müssen dieselben Regeln befolgen. Gib Gästen vorher kurz Bescheid: nicht ansprechen, nicht anschauen, erst begrüßen, wenn er steht oder sitzt.

Was du besser lässt

Streck deinem Hund nicht das Knie entgegen und tritt ihm nicht auf die Hinterpfoten. Das verunsichert ihn und kann ihn verletzen. Auch Schimpfen hilft selten, denn Aufmerksamkeit ist für ihn ja gerade die Belohnung.

Zwei Dinge, die dir das Training erleichtern

Erstens: Begrüße deinen Hund selbst ruhig und tief. Deine Aufregung überträgt sich, und ein überschwängliches „Hallo, mein Schatz!“ an der Tür heizt ihn zusätzlich an.

Zweitens: Übe mit Helfern, bevor echter Besuch kommt. Bitte eine Freundin, dreimal zu klingeln, einzutreten und die Regeln einzuhalten. Nach jeder Runde gibt es eine Pause. So musst du in der Alltagssituation, in der du sonst kaum Zeit zum Nachdenken hast, nicht erst alles neu lernen.

Und draußen bei Fremden?

Beim Spaziergang gilt dieselbe Regel: Nähert sich eine fremde Person, geh mit deinem Hund ein Stück zur Seite und lass ihn sitzen, bevor sie ihn anspricht. Bitte Fremde freundlich, ihn erst zu streicheln, wenn er ruhig steht oder sitzt. Wenn dein Hund sehr aufgeregt ist, hilft es, vorher mehr Abstand zu halten, bis er sich beruhigen kann.

Gut zu wissen

Rechne damit, dass es zwischendurch Rückschritte gibt. Wenn das Abwenden plötzlich nicht mehr wirkt, probiert dein Hund oft nur, ob er es mit mehr Einsatz doch schafft. Bleib dann ruhig bei deiner Linie. Besonders in der Pubertät fällt vielen Hunden das Beherrschen schwer. Ein Hund, der körperlich und geistig gut ausgelastet ist, hat es in der Regel leichter, sich zu beherrschen. Wie schnell dein Hund umlernt, hängt von Alter, Temperament und Regelmäßigkeit ab. Meist zeigen sich aber schon nach einigen Tagen erste Fortschritte. Wenn es trotz Geduld nicht klappt oder dein Hund sehr stark drängelt, kann eine Hundetrainerin helfen, die mit positiver Verstärkung arbeitet.